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TU Dresden, Projekt Dresden exists
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anna-maria.mende@dresden-exists.de

Wissenschaft und Technik

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Unternehmensgründung leicht(er) gemacht
Susann Mayer

Die Gründer von leXsolar
Die Gründer von leXsolar
Wussten Sie schon, dass Dresden die Kommune in den neuen Bundesländern mit den höchsten Pro-Kopf-Ausgaben für Wissenschaft und Forschung ist und dass hier etwa 40.000 Studenten und circa 6.000 Mitarbeiter an Hochschulen und Forschungseinrichtungen tätig sind?

Damit sich dieses Potenzial auch in technologie- und wachstumsorientierten Unternehmensgründungen niederschlagen kann, gibt es seit 1999 an der TU Dresden die Gründungsinitiative „Dresden exists“.

„Kontakt“ befragte Anna-Maria Mende von der Gründerinitiative „Dresden exists“.

Welche Angebote hat „Dresden exists“ für Absolventen?

Wir haben zum einen verschiedene Qualifikationsangebote: Vorlesungen und Crash-Kurse vermitteln etwa wirtschaftswissenschaftliches Grundwissen, das zur Gründung eines Unternehmens notwendig ist. Soft-Skills-Seminare zielen auf die rhetorischen, sozialen und emotionalen Fähigkeiten der angehenden Gründer. Für Absolventen, die bereits eine Idee für ein eigenes Unternehmen haben, bieten wir zum anderen eine persönliche Betreuung an – von der ersten Ideenskizze über die Erstellung eines Businessplans bis hin zur Gründung. Auch zu Förderprogrammen, wie zu dem Programm EXIST-SEED, das sich an junge Absolventen richtet, wird Beratung angeboten. Neben der klassischen Gründung kann die Übernahme eines bestehenden Unternehmens eine Alternative auf dem Weg zum eigenen Unternehmen sein. Daher bietet die Gründungsinitiative seit diesem Semester auch Seminare und Betreuung zur Unternehmensnachfolge an. Zudem veranstalten wir jedes Semester das Gründerfoyer.

Was ist das Gründerfoyer genau?

Beim Gründerfoyer steht der Vortrag einer erfolgreichen Unternehmerpersönlichkeit im Mittelpunkt. Beim letzten Gründerfoyer Ende vergangenes Jahr war der Unternehmer Christian Doerr, seit 2001 Geschäftsführer der Dr. Doerr Feinkost GmbH & Co KG in dritter Generation, zu Gast. Das Gründerfoyer ist auch Treffpunkt für Studenten, Absolventen, wissenschaftliche Mitarbeiter, Gründer, junge Unternehmer und Gründungsexperten, die beim anschließenden Buffet miteinander, mit den Referenten und mit verschiedenen Ausstellern diskutieren können.

Nun ein paar Fragen zur Betreuung von angehenden Gründern. Wer begutachtet die Ideen nach Gründungstauglichkeit?

Wer eine Gründungsidee hat, kann von unseren Betreuern den Stand des Gründungsvorhabens analysieren lassen. In individuellen Gesprächen unterstützt der Betreuer die Gründer bei der Erstellung eines Unternehmenskonzeptes und hinterfragt die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Gründungsidee.

Wie viele Interessenten und Betreuer haben sie? Gehören auch Praxispartner zu den Betreuern?

Aktuell werden 60 Projekte mit konkreten Gründungsideen bei uns von drei eigenen Fachleuten betreut. Bei bestimmten Fragen zu Rechts-, Steuer- oder Patentangelegenheiten kooperiert „Dresden exists“ zudem mit externen Fachberatern.

Wie viele Unternehmen sind bisher gegründet worden?

Von den seit 1999 etwa 360 betreuten Projekten wurden über 120 Unternehmen in den verschiedensten Bereichen gegründet. Einige Gründer sind Einzelkämpfer, andere beschäftigen mittlerweile mehrere Mitarbeiter. Dipl.-Ing. Peggy Schimmek hat sich zum Beispiel Anfang dieses Jahres als freie Garten- und Landschaftsarchitektin selbstständig gemacht. Die Firma „kubit“ – gegründet 1999 – entwickelt komplette Softwarelösungen für die Vermessung und Datenerfassung und beschäftigt heute elf Mitarbeiter. Physikstudent Ronny Timmreck und VWL-Student Michael Dietrich gründeten 2003 die Firma „leXsolar“, die Solarbaukästen für den Physikunterricht in Schulen sowie lehrreiches Solarkinderspielzeug herstellt (siehe Foto). Die Firma „voiceINTERconnect“, die 2001 aus dem Institut für Akustik und Sprachkommunikation ausgegründet wurde, befasst sich mit der Integration von Sprachsteuerung in elektronische Produkte, beschäftigt heute 20 Mitarbeiter und hat Kunden in Deutschland, Frankreich, Japan und den USA. Dies sind nur einige Beispiele erfolgreicher Gründungen aus dem universitären Umfeld.

Welche Angebote gibt es für Absolventen, die bereits länger die TUD verlassen haben?

Alle Angebote, wie Betreuung, Vorlesungen, Seminare und Kurse, stehen auch Absolventen, deren Abschluss bereits mehrere Jahre zurückliegt, zur Verfügung.

Wie finanziert sich „Dresden exists“?

Aktuell wird „Dresden exists“ vom Freistaat Sachsen und dem Europäischen Sozialfonds gefördert. Darüber hinaus unterstützen die TU Dresden und die HTW Dresden das Projekt finanziell.