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Bereich Mathematik & Naturwissenschaften

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Nobelpreisträger an der School of Science
Nicole Gierig

Zu dem Bereich Mathematik und Naturwissenschaften gehören die Fachrichtungen Biologie, Chemie und Lebensmittelchemie, Mathematik, Physik und Psychologie.

Im Sommersemester 2016 wird von diesem Bereich erstmals eine interdisziplinäre, öffentliche Vortragsreihe unter dem Titel „Nobelpreisträger zu Gast an der TU Dresden“. Insgesamt vier Nobelpreisträger aus den Bereichen Physiologie oder Medizin, Chemie und Physik halten in dieser Reihe einen Vortrag über ihre bahnbrechende Forschung, für die sie mit einem der bedeutendsten Preise der Welt ausgezeichnet wurden und mit der sie, laut Alfred Nobel, der Menschheit großen Nutzen gebracht haben.
 

TUD/S. Drichelt; Ausschnitt aus dem Plakat der Veranstaltungsreihe
TUD/S. Drichelt; Ausschnitt aus dem Plakat der Veranstaltungsreihe


Die Vorträge finden jeweils an einem Mittwochabend einmal pro Monat im Audimax der TU Dresden statt. Der Zuspruch ist riesig: für die ersten zwei Veranstaltungen haben sich weit über 1200 Menschen angemeldet, so dass die Vorträge zusätzlich per Video in einen weiteren Hörsaal übertragen werden mussten. Prof. Clemens Kirschbaum, Bereichssprecher und Initiator der Vortragsreihe, ist überwältigt von dem Besucheransturm und plant bereits eine Fortsetzung der Reihe im nächsten Jahr.

Den Auftakt machte am 13. April 2016 der norwegische Neurowissenschaftler Edvard Moser, der 2014 den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin für die Erforschung des menschlichen Orientierungssinns gewann. Er entdeckte zusammen mit seiner Frau May-Britt die sogenannten Gitterzellen, die im Zusammenspiel mit weiteren Zellen das „GPS-System“ in unserem Gehirn bilden. Moser erschien zu dem Vortrag mit Turnschuhen und Rucksack und begeisterte das Publikum schnell durch seine lockere, charismatische Art.
© R. Lohse; Der US-amerikanische Materialwissenschaftler Shuji Nakamura
© R. Lohse; Der US-amerikanische Materialwissenschaftler Shuji Nakamura


Am 11. Mai hielt der US-amerikanische Materialwissenschaftler Shuji Nakamura einen Vortrag mit dem Titel „Invention of blue LED and future solid state lighting“. Nakamura gewann 2014 den Nobelpreis für Physik für die Entwicklung der blauen Leuchtdioden (LEDs). Optisch unterstützt von blauem Licht, berichtete Nakamura im Audimax der TU Dresden nicht nur von den technischen Hintergründen der blauen LEDs, sondern schilderte auch humorvoll einige Szenen aus seinem beindruckenden Leben, die anfangs nichts von einem Nobelpreis erahnen ließen.

 
Gespannt erwarten wir nun die nächsten zwei Vorträge der Reihe:

Stefan Hell, der Direktor am Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie in Göttingen und gleichzeitiger Abteilungsleiter am Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg, wird am 22. Juni über die von ihm herbeigeführte Revolution in der Lichtmikroskopie berichten. 2014 gewann er den Nobelpreis für Chemie für die „Entwicklung hochauflösender Fluoreszenz-Mikroskopie“, bei der Fluoreszenz-Farbstoffe genutzt werden, um biologische Strukturen im Nanobereich mithilfe von chemischen Prozessen sichtbar zu machen. Diese neue Methode sprengte die bis dahin bestehenden Grenzen der Lichtmikroskopie.

Einen weiteren Durchbruch in der Chemie gelang dem deutschen Physiker und Chemiker Gerhard Ertl bei der Erforschung von chemischen Prozessen auf festen Oberflächen. Er legte die Grundlage für das Verständnis von industriellen Katalysatoren und katalytischen Prozessen und wurde dafür 2007 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet. Am 6. Juli wird Ertl in seinem Vortrag „Katalyse an Oberflächen: Motor chemischer Umwandlungen“ über seine Grundlagenforschung, die heute breite Anwendung – von der Herstellung von Kunstdünger über effiziente Autokatalysatoren bis hin zur Klärung von Klimaphänomenen findet, berichten.

Neben den öffentlichen Vorträgen, wird jeder Nobelpreisträger zu einem Treffen mit Nachwuchswissenschaftlern des jeweiligen Fachbereichs eingeladen. Dabei bekommen ausgewählte Nachwuchswissenschaftler die Möglichkeit, ihre Projekte vorzustellen, mit den Nobelpreisträgern darüber zu diskutieren und somit Motivation und Stärkung für ihre Arbeit einzuholen. Schließlich sind die Nobelpreisträger das beste Beispiel dafür, dass die Grenzen der Wissenschaft nicht immer eindeutig festgelegt sind und dass sich Ausdauer, Wille und Forschergeist auch bezahlt machen können.

Der Bereich Mathematik und Naturwissenschaften möchte sich besonders bei den Sponsoren für die Unterstützung der Veranstaltungsreihe bedanken: A. Lange & Söhne, Biotype Diagnostic GmbH, Bülow Palais Dresden, Die Gläserne Manufaktur, Gesellschaft von Freunden und Förderern der TU Dresden e.V., Hotel Taschenbergpalais Kempinski, Novaled, Rotop.
 

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