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Centrum für Demografie und Diversität (CDD)
Prof. Dr. Jürgen Wegge (des. Vorstandsvorsitzender)
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Campus und Forschung

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Forschen am Puls der Gesellschaft
PI/ZSE

Die Gesellschaft wird immer vielfältiger, die Vorstellungen, wie ein Zusammenleben der Generationen und sozialen Gruppen gelingen kann, werden differenzierter – die Gesellschaft braucht daher auch Antworten aus der Wissenschaft.

Das Centrum für Demografie und Diversität (CDD), das am 13. Juni eröffnet wird, bietet als Kompetenzzentrum der TU Dresden eine Plattform für Wissenschaftler aller Disziplinen, um das perspektivenreiche Themenfeld der gesellschaftlichen Vielfalt zu bearbeiten. Es ist hervorgegangen aus dem vor zehn Jahren gegründeten „Zentrum Demographischer Wandel“ (ZDW). Dessen vorrangiges Ziel war es damals, demografische Entwicklungen mit ihren Folgen zu erforschen. Daraus schlussfolgernd wurden Ideen und Instrumente entwickelt, um die gesellschaftlichen Herausforderungen zu bewältigen, die der demografische Wandel mit sich brachte und bringt.

© H. Goehler; Wie das Zusammenleben in einer Gesellschaft mit zunehmender Diversität funktionieren kann, möchte das CDD mithelfen zu erforschen.
© H. Goehler; Wie das Zusammenleben in einer Gesellschaft mit zunehmender Diversität funktionieren kann, möchte das CDD mithelfen zu erforschen.
Dieses (Forschungs-) Thema ist bis heute präsent, hat sich jedoch um die zunehmende gesellschaftliche Diversität erweitert, die als Folge gesellschaftlicher, aber auch ökonomischer und politischer Entwicklung entsteht. Dabei soll der Blick beispielsweise auf Behinderung, kulturelle Unterschiede, sexuelle Identität, soziale Herkunft oder auch Migrationsgeschichte gerichtet werden.

Daher sind am CDD Mitglieder aller fünf Bereiche der Universität beteiligt. Die Mitglieder erforschen weiterhin Ursachen und Folgen des demografischen Wandels, aber in Verbindung mit der zunehmenden Diversität und leiten daraus Maßnahmen für die Praxis ab. Grundlagen- und Anwendungsforschung stehen in enger Beziehung zueinander. Das CDD soll ein Forum für Forschung, Beratung, Fort- und Weiterbildung sowie den Wissenstransfer in gesellschaftliche Institutionen sein.

Die Mitglieder des CDD werden Projekte in fünf Aktionsfeldern erarbeiten: Arbeit und Leben, Bildung, Lebensraum und Infrastruktur, Mensch-Technik-Interaktion sowie Pflege und Versorgung. Die Aktionsfelder spiegeln den interdisziplinären Ansatz des CDD wider, da durch jedes Thema verschiedene Akteure des CDD verbunden werden.

Eine Veranstaltungsreihe „Demografiesalon“ soll dem Austausch zwischen Praxis und Wissenschaft dienen, um Impulse für die Forschung zu erhalten. Ein erster Demografiesalon mit dem Schwerpunkt Migration ist für den 7. November 2016 geplant.

© Archiv CDD; Die Vorstandsinteressenten des CDD
© Archiv CDD; Die Vorstandsinteressenten des CDD
Die inhaltliche und organisatorische Koordination der Gründung des CDD hat das Zentrum für Synergie-Entwicklung (ZSE) übernommen. Das ZSE ist Bestandteil des Zukunftskonzeptes und arbeitet als „Synergie-Motor“ der TUD.

Kontakt sprach mit dem ZSE:

Wer sind die Initiatoren der (Neu-) Gründung eines solchen Zentrums und was waren deren konkrete Ambitionen dazu?
Prof. Dr.-Ing. Gesine Marquardt (Lehrstuhlinhaberin für Sozial-und Gesundheitsbauten und Leiterin der Emmy-Noether Nachwuchsforschergruppe „Architektur im demographischen Wandel") und Prof. Dr. Jürgen Wegge (Professur für Arbeits- und Organisationspsychologie und Leiter der sächsischen Regionalstelle des Demographie Netzwerks trafen sich Ende 2014 auf einer Demografieveranstaltung und stellten bedauernd fest, dasa das ZDW nicht mehr aktiv war. Die damaligen ZDW-Direktoren (u.a. der damalige Prorektor für Universitätsplanung Prof. Dr. Karl Lenz) beauftragten die beiden zu einem Relaunch des ZDW, den sie mit ZSE-Hilfe im Wintersemester 2015/16 durchführten.

Wie viele Forscher sind in den fünf Aktionsfeldern derzeit aktiv beteiligt? Ist vorgesehen, Studierende zu involvieren?
Das Interesse an einer Zusammenarbeit äußerten bisher über 40 Forschende. Die Anmeldungen für die erste Mitgliederversammlung bestätigen diese Größenordnung. Das studentische Interesse bestätigt z.B. die Bewerbung einer WiWi-Studentin aus Wroclaw, die am CDD zu Gründen der niedrigen Geburtenraten in Deutschland forschen möchte.

Mit welchen außeruniversitären Firmen/Institutionen wird das CDD künftig zusammen arbeiten?
Neben der Beratung von staatlichen Behörden und Ministerien wird die Zusammenarbeit mit Unternehmen, Versicherungen, TÜV, Ärztekammer etc. angestrebt. Von einer starken wissenschaftlichen Zusammenarbeit ist mit den Leibniz-Instituten ifo und IÖR auszugehen.

Was möchten Sie den Lesern noch zum CDD erzählen?

Die CDD-Mitglieder wollen sich verantwortungsvoll und unvoreingenommen den gesellschaftlich relevanten Fragen im Bereich Demografie und Diversität widmen und erkennen dabei die Offenheit demografischer Prozesse an und lehnen den Gedanken demografischer Normen/Soll-Zustände ab.

Zum Auftakt am 13. Juni um 16:30 Uhr im Festsaal des Rektorats sind alle interessierten Dresdner Wissenschaftler eingeladen.

Hier zu Programm und Anmeldung.