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Viel mehr als nur ein Hobby: Regionalbotschafter
Dagmar Möbius

Die Idee der Regionalbotschafter wird zehn Jahre alt, und ihr Sprecher beging kürzlich seinen 50. Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch!

 R. Lohse
R. Lohse

Nikolai Press absolvierte seinen Magister-Abschluss im Mai 1999 an der Philosophischen Fakultät der TU Dresden (TUD) und lebt seit 18 Jahren in London. Er ist überzeugt, dass Internationalisierungsarbeit Studierenden, der Universität und der Stadt Dresden hilft. Daher engagiert er sich als Sprecher der internationalen Regionalbotschafter.

Diese TUD-Absolventen stellen sich als Ansprechpartner in ihren Heimatländern zur Verfügung. So erleichtern sie TUD-Studierenden oder anderen Alumni den Einstieg vor Ort und vermitteln Kontakte. Auf der anderen Seite bewerben sie in ihren Heimatländern die TUD und deren Studienmöglichkeiten.

Herr Press, was fasziniert Sie an diesem Ehrenamt und wieviel Zeit investieren Sie?
Regionalbotschafter wurde ich im März 2009, nachdem ich auf der Webseite der Universität die Seite über die Regionalbotschafter sah. Ich entschloss mich mitzumachen. Es ist weniger eine Faszination, als die Überzeugung, dass die Internationalisierungsarbeit positiv für die Studierenden, die Universität und die Stadt Dresden ist. Als Regionalbotschafter hoffe ich, einen kleinen Beitrag dazu leisten zu können. Ich investiere meist zwischen 30 Minuten und zwei Stunden am Tag. Sprecher wurde ich vor ein paar Jahren während einer Alumniwoche in Dresden. Aufgabe des Sprechers ist, die Regionalbotschafter in der Öffentlichkeit vorzustellen und zu repräsentieren. Ich fungiere auch als Anlaufstelle der Regionalbotschafter bei Fragen und verteile Informationen, die für die Regionalbotschafter wichtig sind oder sein könnten. Dazu kommt die Zusammenarbeit mit dem Absolventenbüro bezüglich der Ausgestaltung des Regionalbotschafter-Programms.

Was war das erste, schönste oder eindrücklichste Erlebnis in dieser Funktion?
Das Schönste sind eigentlich immer unsere Alumni-Wochen. An meine erste Alumni-Woche 2009 erinnere ich mich besonders gern. Beeindruckend ist oft auch die emotionale Reaktion vieler Regionalbotschafter, die teilweise in den 1970er- und 1980er-Jahren an der TUD studiert haben und nun das erste Mal wieder in Dresden sind.

Wie oft tauschen Sie sich mit anderen Regionalbotschaftern aus und worüber?
Ich habe mit einer ganzen Reihe Regionalbotschaftern Kontakt, besonders mit Tasos Costeas aus Zypern und auch der Vize-Sprecherin Thu Thao Nguyen aus Vietnam, aber auch mit anderen. Die Themen variieren, haben aber meist mit Veranstaltungen an der TUD zu tun, manchmal mit der Tagespolitik in Dresden, oft auch mit Privatem.


Unterscheiden sich Anfragen, die an Sie gerichtet werden von denen, die Regionalbotschafter in anderen Ländern erhalten?
Die Art der Anfragen hat wahrscheinlich weniger mit der Location der Regionalbotschafter zu tun, als damit, was sie heute machen. Regionalbotschafter, die heute als Akademiker an Universitäten beschäftigt sind, werden ihre Rolle anders ausgestalten als solche, die – wie ich – außerhalb der Uni arbeiten.

Wie häufig wird das Verhältnis von Briten zu Deutschen thematisiert? Welche Rolle spielt Pegida in Gesprächen mit Interessenten?
Ich bekomme eigentlich keine Anfragen von Briten. Eine gewisse Fremdenfeindlichkeit bis hin zu offenem Rassismus gibt es in Dresden nicht erst seit Pegida. Natürlich ist die Stimmung in der Stadt seitdem oft angespannt und gereizt. Ich würde dies bei Nachfragen offen ansprechen, aber auch betonen, dass dies nur eine Seite der Medaille ist, und dass sich gerade die TU Dresden für Toleranz und gegen Rassismus einsetzt.

Sprechen Sie mit Ihren Kontakten über deren fachlichen Hintergrund? Aus welchem Bereich kommen die häufigsten Anfragen?
Die Frage nach dem fachlichen Hintergrund steht eigentlich immer am Anfang. Die meisten Anfragen kommen von Wirtschaftswissenschaftlern (BWLer). Ich muss allerdings sagen, dass ich in den letzten Jahren wenig Anfragen bekomme. Ich gehe davon aus, dass das Internet heute alle Informationen bereithält.

Bezieht sich Ihre Beratung bevorzugt auf London oder generell auf Großbritannien?

Prinzipiell bin ich Regionalbotschafter in London, aber ich befasse mich eigentlich mit ganz Großbritannien. Als Sprecher interessiere ich mich natürlich auch für alle anderen Länder und halte immer die Augen offen, ob es auch anderswo irgendetwas Interessantes oder Anknüpfungspunkte für die Regionalbotschafter und die TU Dresden gibt.


Bitte erzählen Sie etwas über Ihre aktuelle Tätigkeit.
Meine hauptsächliche Tätigkeit besteht in der Arbeit mit sozialen Medien, das heißt, ich poste und tweete Neuigkeiten zur TUD und zum Forschungsstandort Dresden. Seit einiger Zeit gibt es auch eine lose Zusammenarbeit mit dem Forschungsverbund DRESDEN-concept, deren Veranstaltungen ich in den sozialen Medien verteile. Dazu halte ich Regionalbotschafter über Neuigkeiten an der TUD in unserer Facebook-Gruppe auf dem Laufenden oder mache einzelne Regionalbotschafter auf Veranstaltungen aufmerksam, die für sie interessant sein könnten.

Sie twittern seit 2015 sehr aktiv. Warum?
Weil Twitter eine sehr große Reichweite hat und man in kurzer Zeit viele Leute erreichen kann, auch durch Likes und Retweets. Mir geht es darum, Leute auf die TU Dresden aufmerksam zu machen, die vielleicht noch nie von ihr gehört haben.

Welche Freizeitinteressen oder Hobbies pflegen Sie?
Die Regionalbotschafterei könnte man als mein Hobby bezeichnen. Zeit für anderes bleibt daneben und neben meiner Erwerbsarbeit nicht. Aber: Wer ein ausgefülltes Leben hat, braucht keine Hobbies! (lacht)

Welche Frage wird Ihnen als Regionalbotschafter am häufigsten gestellt und welche würden sie gern beantworten, falls Sie Ihnen gestellt würde?
Anfragen beziehen und bezogen sich meist auf das Bewerbungsprozedere in Großbritannien und die Wohnungssuche.

Abschließend noch eine Frage zum Brexit. Wie wird sich der EU-Austritt des Vereinigten Königreichs Ihrer Meinung nach auf Ihre Arbeit auswirken?
Prinzipiell werde ich mich auch nach dem Brexit weiter für den Austausch zwischen Großbritannien und Deutschland, spezifisch der TUD und der Stadt Dresden einsetzen. Es wird unsere Aufgabe sein, dazu beizutragen, dass die Türen zwischen Großbritannien und Deutschland möglichst weit geöffnet bleiben. Inwieweit der Brexit einen Einfluss hat, wird von verschiedenen Faktoren abhängen, so zum Beispiel, ob es zu einem „soft Brexit“ oder zu einem „hard Brexit“ kommt und ob es eine Übergangsphase geben wird und wie lange diese dauert. Im Falle eines „soft Brexit“ wäre es vorstellbar, dass Großbritannien weiterhin am Erasmus-Programm teilnehmen wird und dass es weiterhin Gelder von der EU für Kooperationen zwischen britischen und deutschen Universitäten geben wird. In knapp einem Jahr werden wir mehr wissen, ich hoffe natürlich, dass die möglichen negativen Auswirkungen minimal bleiben.

Tipp der Redaktion:
Wer Unterstützung bei seinem Auslandsaufenthalt sucht, kann die TUD-Regionalbotschafter kontaktieren: Unsere Weltkarte zeigt die Orte an, in denen sie leben und arbeiten. Durch die Kurzprofile können Interessierte mit ihnen leicht in Kontakt treten.