Artikelsuche

Newsletter des Magazins


DIU Dresden International University – ein Unternehmen der TUDAG (Technische Universität Dresden AG)
Gründung der DIU: 2003
Studiengänge: 41
Kompetenzzentren: 5
Studierende: 2300 (6/2018)
Lehrveranstaltungen: 800 pro Monat

Web  
Kontakt

Weiterbildung

Url senden | Seite drucken

„Karriere dank Master?!“
Dagmar Möbius

Diese Frage beantwortet die Dresden International University (DIU) mit einem klaren „Ja!“. Dreimal jährlich können sich Interessierte bei Tagen der offenen Tür in der Weiterbildungsuniversität der TU Dresden informieren. 41 akkreditierte Studiengänge stehen zur Wahl.

© D. Möbius; Dr. Ulrich Bremer (Geschäftsführer der DIU, stehend, diskutiert mit Arite Grau (TUDAG-Gruppe), Kerstin Schaffer (Uniklinikum Dresden), Matthias Hauer (Sachsenmilch GmbH) und Katja Kremling (Berufungscoach) auf dem Podium.
© D. Möbius; Dr. Ulrich Bremer (Geschäftsführer der DIU, stehend, diskutiert mit Arite Grau (TUDAG-Gruppe), Kerstin Schaffer (Uniklinikum Dresden), Matthias Hauer (Sachsenmilch GmbH) und Katja Kremling (Berufungscoach) auf dem Podium.
„Das Betreuungsverhältnis ist heute sensationell – beinahe 1:1“, schmunzelt Dr. Ulrich Bremer, seit Oktober 2017 Geschäftsführer der DIU. Doch auch sonst wird die Weiterbildungsuniversität für ihre Betreuungsstärke gelobt. Etwa 40 Interessierte haben sich zu „DIU LIVE“ angemeldet, mehrheitlich Frauen. Dreimal jährlich bietet die vor 15 Jahren gegründete DIU den Intensivinfotag an – im Winter, im Sommer und im Herbst. Die Resonanz ist unterschiedlich, aber das Interesse kontinuierlich: „Im Januar ist es meist brechend voll. Der Juni ist schwächer besucht, dafür kommen Interessierte mit gezielten Fragen. Der nächste Termin ist am 22. September“, sagt Anja Vogler, zuständig für Marketing und Kommunikation.

Karriere-Optionen erhöhen
„Handle so, dass das, was du tust, die Anzahl der Optionen erhöht.“ Diese Regel beherzigt Dr. Ulrich Bremer selbst. Der Betriebswirt hat über Internationalisierungsstrategien deutscher Universitäten promoviert und weiß aus eigener Erfahrung: „Der Master-Abschluss erhöht Karriere-Optionen.“ Stark nachgefragt werden an der DIU aktuell Studiengänge in Medizinrecht, Management im Gesundheitswesen, Wirtschaft und Recht sowie Internationale Logistik, aber auch berufsbegleitende Bachelor-Studiengänge für Pflege oder Notfallsanitäter. Aus der Wirtschaft erreichen die Dresden International University momentan verstärkt Anfragen zu Personalrekrutierung. Dazu sollen perspektivisch Studienprogramme aufgebaut werden.

Jedes Studium ist eine Entdeckungsreise
Für Arite Grau, Personalleiterin der TUDAG-Gruppe, zu der die DIU und 20 weitere Unternehmen gehören, darunter auch EIPOS, das Europäisches Institut für postgraduale Bildung GmbH, ist lebenslanges Lernen keine Worthülse. Sie sagt: „Ein Bachelor zu Beginn des Berufslebens reicht heute nicht.“ Doch was nützt ein berufsbegleitender Masterstudiengang? „Er drückt aus, wo jemand hin will und er verbindet Uni-Wissen mit Berufspraxis“, fasst Arite Grau zusammen.

„Das Masterstudium ist wie jedes Studium eine Entdeckungsreise“, meint Matthias Hauer, Managing Director der Sachsenmilch Leppersdorf GmbH. Der 38-Jährige gebürtige Stollberger hat nach Mittelschule, Fachoberschule und Wehrdienst Betriebswirtschaftslehre studiert. Nach einem Praktikum im Jahr 2001 begann er als Werkstudent in dem familiengeführten Unternehmen mit 2700 Mitarbeitern zu arbeiten. Bevor er 2015 Mitglied der Geschäftsleitung wurde, hatte er unterschiedliche Positionen inne. Parallel studierte er „Wirtschaft und Recht“ an der DIU und schloss mit dem Master of Law ab. „Mich hat erst später interessiert, mich mit neuen Inhalten zu beschäftigen, aber es hat Spaß gemacht“, erzählt er. „Abschlüsse spielen schon eine Rolle“, fügt er hinzu, „aber ein Studium dient auch der Persönlichkeitsentwicklung und es öffnet immer wieder Türen. Ich verbinde damit ein tolles Netzwerk aus anderen Studierenden und Dozenten.“

Gestalten statt Planen
In Deutschland gibt es rund 10 000 Studiengänge. Wie soll man den richtigen finden?  „Entscheidungsfülle bedeutet Entscheidungsstarre“, weiß Dr. Ulrich Bremer. Er spricht von einem „Information Overload“, der viele Menschen überfordert. „Das Internet eröffnet viele Möglichkeiten. Das ist Fluch und Segen zugleich“, bestätigt Katja Kremling. Sie ist selbstständige Berufungscoacherin und versteht sich als Impulsgeberin für berufliches Wachstum. Ihre eigene Berufung hat die Diplom-Kauffrau mit internationaler Konzernerfahrung durch Coaching gefunden. „Wir können heute nicht absehen, welche Berufsbilder es in 20 Jahren geben wird“, sagt sie und plädiert dafür, „im Hier und Jetzt zu gestalten statt zu planen.“

© D. Möbius; DIU-Projektmanager Tim Dunkel berät Marlen Walther zu dem weiterführenden Studium ?MBA Unternehmensführung?
© D. Möbius; DIU-Projektmanager Tim Dunkel berät Marlen Walther zu dem weiterführenden Studium ?MBA Unternehmensführung?
Kerstin Schaffer, Personalleiterin des Teams Recruiting und Entwicklung am Universitätsklinikum Dresden, erklärt: „Personaler schauen vom Großen ins Kleine, Mediziner vom Kleinen zum Großen.“ Studieninteressierte sollten sich fragen, was ihre Kompetenzen und Leidenschaften sind, „wo das Herz aufflammt“. Bei der Karriereplanung sei Spaß ein wesentlicher Antriebsfaktor.

Erfolgsstrategien? Wie Partnerbörse!
„Wichtig ist ausprobieren und durch Erfahrungen lernen“, empfiehlt Katja Kremling und vergleicht mit einer Partnerbörse: „Erst wenn man sich kennenlernt, kann man sich entscheiden.“ Ihre Klienten sind zwischen Mitte 30 und Mitte 50 Jahre alt. Auf deren Suche nach der eigenen Berufung spielen oft gewandelte Werte und gesundheitliche Gründe eine Rolle. „Wenn das Interesse am Beruf abflacht, fragen sie sich, wo sie arbeiten können, was ihnen Energie gibt.“ Selbstreflektion gehört dazu. Das Uniklinikum Dresden bietet Bewerbern beispielsweise eine Potenzialanalyse an. „Doch den Spiegel muss man vertragen“, gibt Kerstin Schaffer zu bedenken. Veränderungswillige sollten sich fragen, was ihr berufliches „must-have-Kriterium“ ist, rät Katja Kremling.

(Master-)Studium trotz Fachkräftemangel?
„Ein Master-Abschluss beweist, dass man höher qualifiziert ist“, ist die 22-jährige Marlen Walther sicher. Noch studiert sie an der TU Dresden Romanistik und Philosophie B.A. im dritten Jahr. Mit ihren Erfahrungen aus diversen Praktika und Werkstudentenstellen – zurzeit im Marketing eines Finanzdienstleisters – interessiert sie sich für ein weiterführendes Studium zum „MBA Unternehmensführung“ und lässt sich von DIU-Projektmanager Tim Dunkel beraten.  Entschieden hat sie sich noch nicht.

Branchen wie die Pflege oder die Informationstechnologie haben sich zum Arbeitnehmermarkt entwickelt. Quereinsteiger sind nicht nur gern gesehen, sondern auch dringend nötig. Ist ein Studium also verzichtbar? „Pauschal lässt sich das nicht beantworten“, meint Arite Grau. Die TUDAG-Personalleiterin hält ein Studium für sinnvoll, weil Fachkräfte Mehrkenntnisse benötigen. Auch Matthias Hauer hat gute Erfahrungen mit Quereinsteigern. Für ihn „muss die Persönlichkeit stimmen.“
Kerstin Schaffer wundert sich über die Aussage einer Pflegedienstleitung, die der Meinung war, dass Pflegende „Hauptsache laufen können“. Berufliche Perspektiven sind wichtig, sagt sie, doch ein Studium stellt nicht selten ein finanzielles Problem dar. Unterstützen Unternehmen studienwillige Mitarbeiter, können beide profitieren, sind sich Grau und Schaffer einig.

Teilzeit als Karrierehindernis?
Immer mehr Frauen und Männer wollen Teilzeit arbeiten, aber trotzdem Karriere machen. Sind die Firmen darauf eingestellt? „Wertvoll ist der Mitarbeiter“, sagt Arite Grau, „in summa muss es jedoch auch für das Unternehmen passen.“ Das Uniklinikum bietet in der Pflege Teilzeitverträge an, um berufsbegleitende Studiengänge zu unterstützen. Auch Katja Kremling ist sicher: „Dass Teilzeit als Karrierehindernis gesehen wird, ändert sich. Immer öfter teilen sich zwei Führungskräfte eine Stelle.“

Claudia Volz interessiert sich für ein Masterstudium Wirtschaft und Recht. Die Juristin aus Leipzig war einige Jahre als Assistentin der Geschäftsführung in der Verwaltung eines Klinikkonzerns tätig. Nach der Geburt ihrer Tochter arbeitete sie fast ein Jahrzehnt im Familienbetrieb mit. „Nun möchte ich Jura auffrischen und wieder in meinen Beruf einsteigen, gerne in einem größeren Unternehmen“, hat sie sich vorgenommen. Ab Herbst will sie jedes zweite Wochenende zu den Präsenzveranstaltungen der DIU reisen. Im Gespräch mit anderen zu sein, gefalle ihr besser als zu Hause im stillen Kämmerlein zu lernen. „Außerdem kann man es dann nicht schleifen lassen“, lacht sie.