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Michael Balzer, Langnese-Iglo GmbH
Kundenbereichsdirektor „Food Service & Events"
Dammtorwall 15
20355 Hamburg
Tel.: 040 35972485

michael.balzer@unilever.com

Absolventenporträts

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Der „Eismann" der Fußball-Bundesliga
Rosa Hauch

"Wenn ich „normale" Tage erleben würde, wenn es keine Herausforderungen gäbe, sollte ich mich wohl als Manager sofort nach etwas Neuem umsehen. Das Schöne an Managertagen ist, dass es „normal" nicht gibt. Jeder Tag ist anders."

 H. Goehler: Eismann?!
H. Goehler: Eismann?!
Mindestens zwei mal pro Woche ist Michael Balzer unterwegs, in Deutschland, Europa, überall dort, wo (nicht nur) Eis gefragt ist. Feste Arbeitszeiten gibt es für ihn nicht, häufig ist er auch an Wochenenden im Einsatz. „Ich fange normalerweise gegen 8.30 Uhr im Büro den Tag mit der Lektüre von bis zu 50 Mails an, dazu kommen Telefonate, Besprechungen, Termine. Zum Alltag gehört die detailgetreue Organisation von Hunderten Veranstaltungen (mobiler Eisverkauf etc.), Promotionsaktivitäten und Vertragsverhandlungen. Gerade bei den Sportvermarktungsagenturen geht es meist um sehr viel Geld." Um in Schwung zu bleiben, joggt Michael Balzer mindestens einmal pro Woche um die Hamburger Außenalster.

Vom Hobbykoch zum Manager
In der Schule war Michael in den naturwissenschaftlichen Fächern der Klassenprimus, Kochen und Speisen kreieren, war schon immer sein Hobby und so stand der Studienwunsch schon länger fest. „Gegessen werden muss immer." Seine Erwartungen an das Studium haben sich erfüllt, er kam in allen Fächern gut durch, schlechte Erfahrungen sind dem damals angehenden Lebensmitteltechniker erspart geblieben. Mit gutem Leistungsstip „geadelt", blieb sogar noch häufig Zeit für Spaß im Studentenklub „Gag 18", wo er lange Jahre Ehrenmitglied war. Nach vorfristiger Diplomarbeit widmete sich der diplomierte Lebensmitteltechnologe nun seinen Forschungen für die Entwicklung eines Membranbioreaktors. „Ein Membranbioreaktor ist das Herzstück vieler biotechnologischer Forschungen und Produktionen. Eingesetzt wird so etwas zum Beispiel in der Pharmaindustrie." Doch seine Forschungen waren nicht von Erfolg gekrönt. Gleichzeitig mit Beginn der Promotionszeit von Michael Balzer startete damals der Wissenschaftsbereich Biotechnologie und es gab fast ausschließlich Literatur – keine Geräte und Ausrüstungen. Membrantechnik als „Bückware", damals noch rarer als Rosenthaler zu bekommen . Die Wende und die tiefgreifende Analyse des Forschers Balzer brachten die Überzeugung, dass das eigentliche Dissertationsthema unter „gesamtdeutschen" Bedingungen nicht mehr relevant war. Doch statt im Kaffeesatz zu rühren, rührte sich Michael Balzer, erhielt die Möglichkeit, an einem Assessment-Center der Deutschen Unilever in Hamburg teilzunehmen .... und bestand als erster "Ossi". Parole: Durchbeißen. Heute empfiehlt der Manager in jedem Fall die Teilnahme an einem Traineeprogramm. „Ich bekam einen umfassenden Einblick in die Firma und vor allem in damals noch sehr unbekannte Bereiche. Dieses führte dazu, dass ich nach den 15 Monaten – auf ausdrücklich eigenen Wunsch – in den Absatzbereich wechseln konnte, was ich ursprünglich gar nicht in der Optik hatte. Heute ist das Programm stark verändert, noch praxisorientierter und jedem Teilnehmer wird relativ früh viel Verantwortung übertragen. Gerade für Neueinsteiger ist es aus meiner Sicht der beste Einstieg ins Management."

„Bunter Hund" mit PC-Kenntnissen

„Anfangs wurde ich mitunter sehr misstrauisch beäugt. Der ‚Trainee aus dem Osten' war 1990 schon ein Exot. Meine Studienergebnisse und Abschlüsse standen jedoch nie zur Diskussion. Ich hatte Glück – in der Kombination Lebensmitteltechnik und TU Dresden ist viel Renommee vereint. Gerade meine PC-Kenntnisse, noch an der ‚guten alten russischen Technik' erworben, waren mehr als gleichwertig und sind auch jetzt noch wichtige Trümpfe." Auch das viel beschworene Improvisationstalent ist ein starkes Pfund – im Veranstaltungsbereich. Michael Balzer zieht den Vergleich zu Kollegen in ähnlicher Position und kann sich auf das Gelernte verlassen. „Irgendetwas geht immer schief, entscheidend ist, was man gerade dann daraus macht." Michael Balzer ist kreativ und selbstkritisch: „Manchmal bin ich noch sehr ungeduldig."

Eis-Sport
Sicher ist die innere Unruhe auch eine Frage der Dimensionen, um die es bei seinen Entscheidungen geht. Denn Michael Balzer betreut u.a. Groß-Veranstaltungen der Superklasse. „Beim diesjährigen Formel 1 Grand Prix am Nürburgring gingen ca. 40 000 Magnums, Soleros oder Cornettos über den Tresen bzw. den Bauchladen. Das sind umgerechnet etwa vier Tonnen Eis an einem Wochenende ." Da wird einem schon heiß und kalt.

Darüber hinaus betreut er mehr als die halbe Fußball-Bundesliga mit diversen Sponsoringaktivitäten, hat spezielle Familienblöcke für die jüngsten Fans ins Leben gerufen und versorgt auch unsere Fußball-Nationalmannschaft mit eiskalten Erfrischungen ... „Am Anfang war es schon ein komisches Gefühl, wenn man mit Leuten, die man jahrelang nur aus den Medien kannte, plötzlich in Vier-Augen- Gesprächen zusammensaß, um ein für beide Seiten gewinnbringendes Verhandlungsergebnis zu erzielen!"

Kochen mit Michael
Aus dem Hobby den Beruf machen, muss kein Traum bleiben. Es kommt nur auf die richtigen Zutaten an: Fleiß, Offenheit, eine Prise Glück und ein sattes Pfund Einsatz, Sozialkompetenz, Kreativität und zuverlässige Partner, auch ganz privat. Welch Vertrauensbeweis: „Meine Frau überlässt mir am Wochenende gerne die Küche. Aufläufe sind meine Spezialität, jedoch alles ohne Kochbuch. Das wissen auch meine beiden Söhne (7/4) sehr zu schätzen."

Michael Balzer weiß, was im Essen drin ist. Ob ISO 9001 oder „Karlsruher Schema", Lebensmittel werden bei ihm in der Firma permanent kontrolliert. Macht denn für einen Lebensmittelexperten dann Essen gehen überhaupt noch Spaß? „Ich esse immer dort gern, wo kreative Köche den Löffel schwingen und dort, wo Sauberkeit und Freundlichkeit selbstverständlich sind. Dort werde ich auch gern zum Wiederholungstäter." Nach Dresden kommt Michael Balzer im Schnitt noch 2 Mal pro Jahr, sei es, um dort auf einer Unternehmenskontaktemesse (Bonding/AIESEC) für Unilever zu stehen oder auch einfach nur alte Freunde und Bekannte (voran die eigene Schwester, Sylvia Schöne, die für die Online-Dienste der TU-Bibliothek zuständig ist) zu besuchen.