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Else Kröner Fresenius Zentrum für Digitale Gesundheit
Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus
TU Dresden
Tel.: +49 351 458-7558

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Digitale Gesundheitsinnovationen
Dagmar Möbius

Das an der TUD beheimatete Else Kröner Fresenius Zentrum für Digitale Gesundheit fördert innovative Projekte von der Idee bis zum Prototyp. Auch Studierende profitieren von den Angeboten.

Um krankhafte Veränderungen von Knochen und Gelenken sichtbar zu machen, sind momentan Untersuchungen mit Röntgenstrahlen oder Magnetresonanztomographie gängig. Auch Ultraschalldiagnostik wird eingesetzt, erfordert jedoch viel medizinische Erfahrung. Wie wäre es, wenn stattdessen ein Diagnostikverfahren mit weniger Risiken zur Verfügung stünde? Ein Team aus Forschenden der Klinik für Orthopädie und Traumatologie am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, dem TUD-Institut für Kommunikationstechnologie und dem Fraunhofer-Institut IWU arbeitet im Projekt „MOVERAD“ daran, ein Mikrowellen-basiertes Bildgebungssystem zu entwickeln und präklinisch zu erproben.

© MOVERAD-Team; Im Projekt MOVERAD arbeiten Ärztin Kendra Henning und die Ingenieure Tony Bauer und Isabell Hamann gemeinsam daran, ein neues innovatives Bildgebungsverfahren zu entwickeln.
© MOVERAD-Team; Im Projekt MOVERAD arbeiten Ärztin Kendra Henning und die Ingenieure Tony Bauer und Isabell Hamann gemeinsam daran, ein neues innovatives Bildgebungsverfahren zu entwickeln.
Zukunftsweisende Neuheiten wie diese unterstützt das Else Kröner Fresenius Zentrum (EKFZ) für Digitale Gesundheit. Das Zentrum wurde im September 2019 an der TU Dresden gegründet. Es hat seinen Sitz im Universitätsklinikum Dresden und kooperiert mit zahlreichen Wissenschaftseinrichtungen sowie außeruniversitären Partnern, beispielsweise diversen Dresdner Fraunhofer-Instituten. Als wissenschaftlicher Sprecher fungiert Professor Jochen Hampe, Gastroenterologe und Direktor der Medizinischen Klinik I am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden. Er sagt: „Zehn Jahre lang werden zukunftsorientierte interdisziplinäre Innovationsprojekte mit insgesamt 40 Millionen Euro gefördert. Eingebettet in die Dresdner Forschungsumgebung kann das EKFZ so langfristig das Thema Digitale Gesundheit vorantreiben.“ Derzeit forschen Mediziner:innen und High-Tech Expert:innen an 17 Vorhaben zu spezifischen, klinisch relevanten Fragen, von deren Lösungen Patient:innen in naher Zukunft profitieren sollen.

„Im Projekt NGScopes werden Mikroroboterwerkzeuge für Magen- oder Darmspiegelungen auf der Basis intelligenter Werkstoffe entwickelt. Das Projekt CRT arbeitet an einem Prüfgerät für die einheitliche Messung eines wichtigen Vitalparameters – der Rekapillarisierungszeit – und das Projekt CoBot zielt auf einen Roboterassistenten für Operationen der Bauchhöhle“, nennt Sabine Marschollek, Leiterin der Geschäftsstelle des EKFZ, drei weitere Beispiele. Seit 2020 werden zudem Projekte mit sozial- und wirtschaftswissenschaftlichem Schwerpunkt unterstützt. Welche Vorhaben gefördert werden sollen, wird in wissenschaftsgeleiteten Begutachtungsverfahren entschieden. „Nach dem Grundsatz freier Forschung lassen wir uns stets von der Frage leiten, welche der Projektideen einen echten medizinischen Bedarf adressieren“, erklärt Professor Hampe.

© Marie Brombach; Dr. Franz Brinkmann und Ingenieur Ronny Hüttner entwickeln im Projekt NGScopes endoskopische Mikroroboterwerkzeuge.
© Marie Brombach; Dr. Franz Brinkmann und Ingenieur Ronny Hüttner entwickeln im Projekt NGScopes endoskopische Mikroroboterwerkzeuge.
Damit möglichst viele innovative Medizinprodukte die Marktreife erlangen, hilft das Regulatory Affairs Büro des EKFZ konkret bei regulatorischen Fragen. „Das ist unser Alleinstellungsmerkmal. Eine vergleichbare ganzheitliche Betreuung gab es in der Dresdner Forschungsinfrastruktur so noch nicht“, sagt Sabine Marschollek. Bisher gab es drei Ausschreibungen, bei denen Ideen eingereicht werden konnten. Weitere werden folgen. Doch auch Interessierte, die Teil des EKFZ-Netzwerkes werden möchten, können sich jederzeit an das Zentrum wenden.

Darüber hinaus kooperiert das EKFZ auch mit externen Partnern aus der Industrie. Im Rahmen eines Forschungsprojektes mit tooz technologies soll gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Softwaretechnologie der TU Dresden und dem Universitätsklinikum Carl Gustav Carus ein System entwickelt werden, das dem Klinikpersonal medizinische Daten zu den Patient:innen digital und mobil via Smart Glasses zur Verfügung stellt und so bei der täglichen Visite zum Einsatz kommen kann. Die Smart Glasses sind dabei keine typischen AR-Brillen, sondern integrieren das komplexe optische System nahezu unsichtbar in die Form einer normalen Brille.

© tooz technologies; Die kontextsensitive Datenbrille kann das Klinikpersonal im Alltag unterstützen, indem medizinische Daten mobil und digital zur richtigen Zeit am richtigen Ort bereitgestellt werden.
© tooz technologies; Die kontextsensitive Datenbrille kann das Klinikpersonal im Alltag unterstützen, indem medizinische Daten mobil und digital zur richtigen Zeit am richtigen Ort bereitgestellt werden.

Das Else Kröner Fresenius Zentrum für Digitale Gesundheit engagiert sich außerdem für den interdisziplinären Austausch von Studierenden der Medizin und technischer Fachrichtungen. Das im März 2021 unter Corona-Bedingungen stattfindende Clinicum Digitale und Clinicum Technicale war komplett ausgebucht. Eine Fortsetzung für 2022 wird geplant.