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Kustodie und Schaufler Lab@TU Dresden
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Zentren und Labs

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Transdisziplinäres Experimentierfeld
Dagmar Möbius/Susann Mayer

Seit letztem Jahr gibt es mit dem Schaufler Lab@TU Dresden ein lebendiges Forum für den Dialog zwischen Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft. Junge Wissenschaftler:innen und Künstler:innen hinterfragen hier gemeinsam Ursprünge und Auswirkungen aktueller Technologien der modernen Lebenswelt.

© S. Vogel; Silene, 2019, Künstler Christian Kosmas Mayer; im Lab spielt  Gegenwartskunst eine große Rolle, besonders im Schaufler Residency@TU Dresden.
© S. Vogel; Silene, 2019, Künstler Christian Kosmas Mayer; im Lab spielt Gegenwartskunst eine große Rolle, besonders im Schaufler Residency@TU Dresden.

Gemeinsam mit der Sindelfinger Stiftung THE SCHAUFLER FOUNDATION rief die TU Dresden das Schaufler Lab@TU Dresden ins Leben. Das Vorhaben befasst sich mit dem komplexen Verhältnis von Mensch, Maschine, Technik und Welt aus Sicht der Sozial- und Geisteswissenschaften sowie der Gegenwartskunst. Bis voraussichtlich 2029 werden hier diese Wechselwirkungen unter verschiedenen Leitthemen untersucht. In den ersten drei Jahren steht das Thema „Künstliche Intelligenz als Faktor und Folge gesellschaftlichen und kulturellen Wandels" im Fokus. Dazu kooperiert das Lab eng mit dem TUD-Exzellenzcluster Zentrum für Taktiles Internet mit Mensch-Maschine-Interaktion (CeTI) sowie dem Kompetenzzentrum für Künstliche Intelligenz Center for Scalable Data Analytics and Artificial Intelligence Dresden/Leipzig (ScaDS.AI). Als Sprecher:innen fungieren Kirsten Vincenz, Direktorin der Kustodie, und Prof. Lutz Hagen, Geschäftsführender Direktor, Institut für Kommunikationswissenschaften. „Das Schaufler Lab@TU Dresden ist (…) eine wichtige Plattform, um die TU Dresden als gesellschaftliche Akteurin sowohl in der Stadt als auch in Sachsen und über die Grenzen des Freistaats hinaus sichtbarer zu machen“, fasste Prof. Ursula M. Staudinger, Rektorin der TU Dresden, anlässlich der feierlichen Eröffnung zusammen.

Leitthema Künstliche Intelligenz (KI)
Das Schaufler Kolleg@TU Dresden ist das Graduiertenkolleg des Lab. Acht Stipendiat:innen aus den Geistes- und Sozialwissenschaftlen bearbeiten hier zusammen mit zwei assoziierten Kollegiaten seit April 2020 drei Jahre lang ihre Promotion. Die Themen, bezogen auf das aktuelle Leitthema, wählten sie selbst und bewarben sich. Beispiele sind: „KI und Magie in der Gegenwartskunst“, „Perspektiven theologischer Ethik auf autonome Militärtechnik“, „Maschinen als Subjekte politischer Bildung“ oder „Wie wird Künstliche Intelligenz den Journalismus verändern?“. Auch Transparenz- und juristische Aspekte werden untersucht. Die Politikwissenschaftlerin Ann-Kathrin Koster studierte an der Universität Trier und forscht zum „demokratischen Horizont Künstlicher Intelligenz“. Sie erklärt: „Dabei steht das Wechselverhältnis demokratischer Gesellschaften mit digitalen Technologien im Mittelpunkt. Weil es bisher vermehrt als problematisch definiert wird, möchte ich mich diesem auf einer tieferen theoretischen Ebene genauer widmen.“ Der Soziologe Richard Groß promoviert über „Deep Learning als soziale Situation“. Er untersucht ethnografisch, wie sich der Einsatz Künstlicher Intelligenz auf wissenschaftliche und künstlerische Praktiken auswirkt und sagt: „Immer erst konkrete Praktiken entscheiden, wozu Technik wird – wem sie nützt und wem sie schadet, was sie voraussetzt und welche gesellschaftlichen Transformationsprozesse ihr Einsatz mitbedingt. Angesichts des gegenwärtigen Hypes um KI ist es wichtig, diese Dimensionen ihrer gesellschaftlichen und kulturellen Einbettung sichtbar zu machen.“

Logo des Schaufler Lab
Logo des Schaufler Lab
Schnittstelle zwischen Stipendiat:innen und dem Schaufler Lab
Ann-Kathrin Koster und Richard Groß sprechen für die Kollegiat:innen. „Wir sind die Schnittstelle zwischen den Stipendiat:innen und der Arbeitsebene des Schaufler Lab“, umreißt Groß die Aufgaben. Ann-Kathrin Koster ergänzt: „Wir stimmen die Interessen der Promovenden ab, zum Beispiel im Hinblick auf Veranstaltungen wie Tagungen, Workshops oder Vorträge, aber auch zu Qualität der Ausbildung und Betreuung. Und wir stehen uns auch bei individuellen Fragen und Problemen untereinander zur Seite.“ Das allgemeine und spezielle Weiterbildungsprogramm, in dem zum Leitthema passendes Wissen aus den MINT-Fächern vermittelt wird, gestalten sie mit.

Künstler-Residenz und öffentliche Veranstaltungen
© N. Kogan; Porträt Anton Ginzburg
© N. Kogan; Porträt Anton Ginzburg
Im Artist-in-Residence-Programm, der Schaufler Residency@TU Dresden, gastieren internationale Künstler:innen für sechs Monate an der TU Dresden. Das Residenz-Studio ist zwischen Seminar- und Biologiegebäude verortet. Den Auftakt machte der Preisträger des österreichischen Outstanding Artist Award-Preisträgers 2020, Christian Kosmas Mayer. Der monatliche Open Studio-Talk, in dem künstlerische Forschung vorgestellt und mit Publikum diskutiert werden sollte, konnte pandemiebedingt nur zwei Mal stattfinden. „Durch Corona wurden viele unserer Planungen zur Einbeziehung der Öffentlichkeit obsolet“, bedauert Lena Ludwig-Hartung, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit des SchauflerLab@TU Dresden. Doch sie kann bereits einen hoffnungsvollen Ausblick geben: „Die vier entfallenen Talks mit dem Residency Artist 2020 Christian Kosmas Mayer werden am 14. Juni 2021 in Form eines interdisziplinären Symposiums nachgeholt.“ Auch die Abschlussausstellung zur Residency Mayers, die im Februar hätte eröffnet werden sollen, musste auf Eis gelegt werden. „Er wird nun im November gemeinsam mit dem zweiten Residenzkünstler, Anton Ginzburg, in der Altana-Galerie der Kustodie im Görges-Bau ausstellen.“ Im Rahmen der Ausstellung sind zahlreiche öffentliche Veranstaltungen geplant, die Kolleg und Residenz miteinander verbinden sollen.

Pädagogische Angebote

Auch erste pädagogische Angebote für Schüler:innen wurden bereits umgesetzt: Stipendiat:innen des Kollegs bieten gemeinsam mit dem Exzellenzcluster CeTI modulare Unterrichtseinheiten zu den Themengebieten KI und Taktiles Internet an. Bisher konnten diese nur online durchgeführt werden. „Wir hoffen, dass ein direktes Begegnen bald möglich sein wird“, so Ludwig-Hartung.