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TU Dresden
Institut für Energietechnik der TUD
Professur für Wasserstoff- und Kernenergietechnik
Prof. Antonio Hurtado

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HZwo-Antrieb für Sachsen
 

Zentren und Labs

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Ein künftiges Wasserstoffzentrum
Dagmar Möbius

Für das HIC – Hydrogen and Mobility Innovation Center am Campus Chemnitz haben sich 25 Partner aus Wirtschaft, Spitzenforschung, Politik, Verbänden und Ausbildung unter der Koordination des Innovationsclusters HZwo-Antrieb für Sachsen verbündet. Auch die TUD will am künftigen Wasserstoffzentrum mitarbeiten.

Archiv UJ; Prof. Antonio Hurtado ist der Wasserstoff-Fachmann der TU Dresden
Archiv UJ; Prof. Antonio Hurtado ist der Wasserstoff-Fachmann der TU Dresden
Am Standortwettbewerb hat sich die TU Dresden zunächst mit einem Unterstützerschreiben beteiligt. Darin bietet sie das Durchführen von zusätzlichen Analysen und Untersuchungen an Laborgeräten und Prüfständen sowie die Nutzung von Lehrangeboten für die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften an.

„Bei den Laborgeräten und Prüfständen handelt es sich um Antriebs- bzw. Emissionsprüfstände, einen Leckage-Teststand für wasserstoff-beaufschlagte Komponenten, ein Analytik-Labor zur Charakterisierung von Materialien und Werkstoffen sowie ein Neutronenradiographie-System zur nicht-invasiven Visualisierung von Wasserstoff in Komponenten und Systemen“, erklärt Antonio Hurtado, Professor für Wasserstoff- und Kernenergietechnik am Institut für Energietechnik der TUD. „Indirekt beteiligt sich die TUD durch Kooperationen zwischen den Nutzern des Zentrums und den Professuren sowie den zentralen wissenschaftlichen Einrichtungen.“


Gebündelte Kompetenz
Chemnitz ist ein wichtiger Standort für die Automobil- und Zulieferindustrie sowie für den Maschinen- und Anlagenbau. Schwerpunkte der dortigen Forschung sind Wasserstoff und alternative Fahrzeugantriebe mit über 20 Projekten seit 2016. Für den Aufbau des Technologie- und Innovationszentrums Wasserstofftechnologien sind bereits 37.520 Quadratmeter reserviert und eine grüne Wasserstoffversorgung konzipiert. Der Freistaat Sachsen hat acht Millionen Euro für den Aufbau von Wasserstofflaboren bewilligt, die für das HIC genutzt werden können. Durch den antragstellenden Verein HZwo ist bereits eine hervorragende Vernetzung der Akteure aus Wissenschaft, Industrie und Politik in der Region vorhanden. Die TUD wirkt mit ihrer vorhandenen Forschungskompetenz insbesondere in der Grundlagenforschung zur Wasserstoffherstellung, in der Wasserstoffsicherheitstechnik und in der wasserstoffbasierten Mobilität (Antriebsstränge, Luftfahrt, mobile Speicher) als Satellit für das HIC. Die Mitbewerber des Hydrogen and Mobility Centers Chemnitz sind unter anderem die Metropolregion Rhein-Neckar, der Standort Braunschweig-Salzgitter und Bremen. Alle können auf ein Konsortium aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Industrie zurückgreifen.

„Unsere Alleinstellungsmerkmale liegen in der Erforschung von Elektrolyseverfahren, der Entwicklung von Sensoren und biotechnologischen Verfahren sowie Arbeiten zur Speicherung von Wasserstoff mit innovativen funktionalisierten bioinspirierten Materialien.“ Prof. Dr. Antonio Hurtado, Professor für Wasserstoff- und Energietechnik an der TU Dresden


Entwickeln, Zertifizieren und Standardisieren im Fokus

Das vom Bundesministerium für Wirtschaft geplante Technologie- und Innovationszentrum soll allerdings weniger als Forschungsinstitution, sondern eher als Entwicklungs-, Zertifizierungs- und Standardisierungseinrichtung fungieren. Klein- und Mittelständische Unternehmen sollen eine Entwicklungsumgebung vorfinden, in der sie sich im internationalen Wettbewerb positionieren können. Dabei können die Unternehmen durch geeignete Kooperationen und einen fachlichen Austausch die Forschungsschwerpunkte der TUD und die damit vorhandenen Kompetenzen nutzen. Professor Frank Atzler von der Professur für Verbrennungsmotoren und Antriebssysteme am Institut für Automobiltechnik Dresden (IAD) der TUD hat den Zweigcampus „Automatisierte Wasserstoffmobilität“ in Görlitz mitinitiiert. Durch dessen Beteiligung, beispielsweise mit zusätzlichen Analysen und Untersuchungen, kann der Zweigcampus in das künftige Wasserstoffzentrum eingebunden werden. Allerdings ist dafür im Moment noch kein konkretes Konzept vorhanden, da sich das Unterstützerschreiben der TUD für das anwendungsbezogene Technologie- und Innovationszentrum zunächst auf vorhandene Infrastrukturen bezieht.

HIC könnte noch 2021 die Arbeit aufnehmen
Nachdem das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur die Favoriten des Standortwettbewerbs vorstellt, soll spätestens ab April eine Machbarkeitsuntersuchung starten, für die fünf, sechs Monate geplant sind. Geht es nach den beteiligten Forschungseinrichtungen und Universitäten, könnte das Technologie- und Innovationszentrum Wasserstofftechnologie für Mobilitätsanwendungen noch dieses Jahr mit seiner Arbeit beginnen. Dass Autos eines Tages nur noch auf Wasserstoffbasis fahren, glaubt Prof. Hurtado bei aller Begeisterung für nachhaltige Energieträger übrigens nicht. Er sagt: „Wie bei allen Sektoren ist ein guter Mix aus den vorhandenen Technologien sinnvoll. Für Kurzstrecken – insbesondere in städtischen Gebieten – lohnen sich batterieelektrische Fahrzeuge.“ Die sind für Langstrecken oder den Schwerlastverkehr aber ungeeignet. Dort können wasserstoffbetriebene Fahrzeuge eingesetzt werden.


Wasserstoff ist das häufigste Element im Universum. Es hat den kleinsten Atom-Durchmesser und die geringste Dichte (0,0899 kg/m³). Es ist ein ungiftiges, geruch- und farbloses Gas. In Reinform ist es nicht entzündbar. Es verfügt über einen Heizwert von 33,33 kWh/kg bzw. 120 MJ/kg.
(Quelle: hzwo.eu)